Coenzym Q10

Das Coenzym Q10 ist eine körpereigene Substanz, die in letzter Zeit zu Recht an Bedeutung und Beachtung gewinnt. Es gibt viele Meinungen zur Nahrungsergänzung mit Q10.

 

Sie reichen von „überflüssiger Pillenschluckerei“ bis zur Einschätzung von Q10 als „Herzwunder“ und „Jungbrunnen“. Mit dieser Information möchten wir Ihnen helfen, das Coenzym Q10 kennen zu lernen und richtig einzuordnen.

 

Q10 – Wo kommt es vor?

In der Literatur finden sich verschiedene Bezeichnungen für das Q10: Coenzym Q10, Ubichinon, (Ubi)Decarenon. Die Vorsilbe „Ubi“ bedeutet, dass dieser Stoff überall im Körper vorkommt. Es gibt jedoch besonders hohe Konzentrationen des Coenzym Q10 an Orten hohen Energiebedarfs, so z. B. in der Herzmuskulatur und in der Leber.

 

Coenzym Q10 wurde bisher nur beim Menschen festgestellt. Die Leber ist jedoch in der Lage, mit der Nahrung aufgenommene Vorstufen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs in Q10 umzuwandeln.

 

Hauptspeicherorgane für das Q10 sind Herz, Nieren, Leber und die Muskulatur. Ca 45% des Q10 sind in den sogenannten „Kraftwerken der Zelle“, den Mitochondrien, gespeichert. Hier wird die Energie gewonnen, die der Körper für seine zahlreichen Funktionen benötigt.

 

Der Körper kann Coenzym Q10 selber aufbauen. Dafür benötigt er die Aminosäure Phenylalanin als Ausgangsstoff sowie B-Vitamine.

 

Die Aufgaben von Q10

Zellenergie

Das Coenzym Q10 ist essentiell, d. h. unverzichtbar für die Energiegewinnung. Für den Vorgang der Energiegewinnung verfügt der Körper über einen Komplex von Enzymen (Atmungskette), welcher zur Aufgabe hat, aus Wasserstoff und Sauerstoff Wasser und Energie in Form von energiereich gebundenem Phosphat (ATP) zu gewinnen. ATP ist für den Körper so notwendig wie Benzin für das Auto: ohne diese Substanz läuft im Menschen gar nichts!

 

Die gewonnene Energie benötigt der Körper für seine Leistungsfähigkeit und Muskeltätigkeit. Besonders der wichtigste Muskel des Körpers, der Herzmuskel, ist auf die ständige Bereitstellung dieser Energie angewiesen. Die Bedeutung des Q10 für den Energiehaushalt wird durch folgende Zahl verdeutlicht: 95% der gesamten Körperenergie werden in Abhängigkeit von Q10 zur Verfügung gestellt.

Zellschutz

Coenzym Q10 verfügt auch über antioxidative Eigenschaften, d. h. es kann den Körper vor dem schädigenden Angriff freier Radikale schützen. Freie Radikale sind Sauerstoffformen, welche die Zellen schädigen und im Organismus laufend gebildet werden und durch die sog. Antioxidantien unschädlich gemacht werden müssen. Da Q10 eine fettlösliche Substanz ist, betrifft diese Schutzwirkung besonders die empfindlichen Lipidstrukturen (Lipid = Fett) der Zellmembranen.

Entgiftungsfunktionen

Eine nicht unbeträchtliche Menge an Q10 benötigt die Leber für ihre Stoffwechsel- und Entgiftungsreaktionen, so dass eine ausreichende Coenzym Q10-Konzentration bei unserer hoher Belastung mit körperfremden Stoffen z. B. Medikamenten oder Toxinen (=Giften) besonders wichtig ist.

Fliessfähigkeit des Blutes

Auch auf die roten Blutkörperchen hat Coenzym Q10 einen positiven Einfluss. Eine gute Versorgung mit Q10 verbessert die Beweglichkeit der Blutkörperchen und damit die Fliessfähigkeit des Blutes. Dadurch wird die Zirkulation des Blutes verbessert und somit die Sauerstoffversorgung des Gewebes und der Muskeln (IsopathieDunkelfeldmikroskopie).

 

Wer braucht Q10 als Nahrungsergänzung?

Obwohl Coenzym Q10 mit der Nahrung aufgenommen wird, und der Körper es selbst bilden kann, besteht ein nicht unerheblicher Bedarf, Q10 zusätzlich als Nahrungsergänzung einzunehmen.

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Herzkrankheiten

Es wurde beobachtet, dass die körpereigene Q10-Produktion mit dem Alter abnimmt. In Studien wurde festgestellt, dass die Q10-Werte im Herzmuskel bei 40jährigen um ca. 32% vermindert sind, bei 77-81jährigen sogar um 57%. In diesen Altersgruppen finden sich auch die meisten Patienten mit Herzleiden. Dies ist sicherlich kein Zufall, vor allem, wenn man die guten Erfahrungen in Betracht zieht, die mit Coenzym Q10 bei Herzkranken gemacht wurden. Das Befinden der Patienten und die Herzleistung konnten unter dem Einfluss von Coenzym Q10 deutlich verbessert werden. Daraus folgt, dass Q10 bei fast allen Herzkrankheiten sehr gute Resultate erzielt: Bluthochdruck, Angina pectoris, Arterienverkalkung, Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche etc.

 

Stoffwechselkrankheiten

Da das Coenzym Q 10 ja in jeder Zelle des Körpers vorkommt, ist seine Wirkung gerade bei Stoffwechselerkrankungen, bei welchen viele Organe zusammenarbeiten, besonders vorteilhaft: Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin), Diabetes mellitus („Zucker“), Lungenerkrankungen, Asthma bronchiale, Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte, chronische Ekzeme, neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose und Parkinson.

Abnahme der Q10-Werte bei älteren Menschen (in%)

Prävention

Wer intensiv und häufig Sport betreibt, verbraucht viel Energie.

 

Q10 kann hier die Energiebereitstellung verbessern und die Sauerstoffversorgung über eine verbesserte Durchblutung optimieren.

 

Auch wer im beruflichen Stress steht, kann über die Nahrungsergänzung mit Coenzym Q10 seine Leistungsfähigkeit steigern.

 

Der Körper kann in unterschiedlichster Weise unter Stress stehen, sei es durch starke körperliche oder geistige Anspannung oder durch hohe Belastung mit UV-Strahlen, Umweltgiften aller Art und dadurch bedingt mit freien Radikalen. Da das Coenzym Q10 als Antioxidans die freien Radikale abzufangen vermag und in der Leber an Entgiftungsvorgängen beteiligt ist, entlastet und stärkt es dadurch das Immunsystem.

 

Einnahme und Dosierung

Die Einnahme von Q10 sollte immer während einer Mahlzeit erfolgen, da der Wirkstoff dann am besten vom Körper aufgenommen wird. Ob es sich dabei um einen kleinen Snack oder um ein grosses Menu handelt, ist unerheblich. Wichtig ist nur die gemeinsame Einnahme.
Eine therapeutische Dosierung beträgt zwischen 90 - 120 mg, in der Prävention verwenden wir 60 - 90 mg.

 

Kann zuviel Q10 schaden?

Die Wirkung und Verträglichkeit von Q10 wurde in zahlreichen Studien von namhaften Wissenschaftlern untersucht. Dabei zeigte sich, dass selbst die jahrelange Einnahme von 200mg Q10 täglich keine Unverträglichkeiten oder unerwünschte Reaktionen auslöst.

 

Wie schnell wirkt Q10?

Wie schnell Q10 in unserem Körper seine Wirkung entfaltet, hängt im wesentlichen von der körperlichen Verfassung und dem vorhandenen Q10-Spiegel ab. So kann Q10 bereits nach einigen Tagen wirksam werden, wenn das Defizit sehr hoch war. Bei geringem bis mittleren Q10-Mangel hingegen steigt der Spiegel langsam an, bis er sich normalisiert hat Dieser Normalisierungsprozess kann bis zu 3 Monaten dauern. Die Vorgänge im Körper sind dabei vergleichbar mit einem Schwamm, der Tropfen für Tropfen Wasser aufnimmt, bis er völlig durchnässt ist.

 

Prof. Dr. Karl Folkers fasst diese Vorgänge wie folgt zusammen: "Weil Q10 einem Vitamin ähnelt, folgern wir: Ein Mensch spricht auf die Behandlung mit Q10 nur an, wenn seine Krankheit mit einem Q10-Mangel zusammenhängt. Q10 ist kein Medikament, keine klassische Medizin, obwohl es wie ein Arzneimittel eingesetzt werden kann. Deswegen wirkt Q10 nicht schon nach wenigen Minuten oder Stunden, ja nicht einmal binnen ein bis zwei Tagen. ... In einem Beobachtungszeitraum von ein bis drei Monaten erfolgt eine stetige, aber zeitaufwändige Steigerung des Q10-Spiegels im menschlichen Gewebe, da zunächst der Q10-Mangel ausgeglichen werden muss."

 

Die wichtigste Erkenntnis der Forscher aber ist, dass es sich empfiehlt, Coenzym Q10 dauernd als Ergänzung zur Nahrung dem Körper zuzuführen, um von vornherein einem Q10-Defizit vorzubeugen. Durch zusätzlichen Q10-Verzehr wird die durch Q10-Unterversorgung bedingte Funktionssteuerung des Körpers nur solange beseitigt, wie Q10 ausreichend vorhanden ist. Nach Absetzen der zusätzlichen Q10-Einnahme tritt somit wieder eine Unterversorgung - also der alte schlechte Zustand - ein und die Funktionsstörungen beginnen erneut. Dies ist die Erklärung für die allgemeine Verschlechterung des Gesundheitszustandes nach Beendigung der Q10-Einnahme.

 

Als weitere wichtige Beobachtung der Forscher ist festzuhalten: Die Q10 Nahrungsergänzung beeinflusst den Blutspiegel des körpereigenen Q10 nicht. Das bedeutet, dass der Körper zusätzlich erhaltenes Q10 aufnimmt, ohne die körpereigene Produktion zu reduzieren.

 

 

Buchempfehlung: Dr. Bliznakov Emile: Die Entdeckung: Energie-Vitamin Q10, ISBN 3-928430-01-7, Fr. 16.-

 

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