Neurodermitis

Was ist Neurodermitis?

Neurodermitis ist die häufigste Hauterkrankung im Kindesalter. Es wird geschätzt, dass heute fünf bis zehn Prozent der Kleinkinder betroffen sind. Andere Bezeichnungen für die Neurodermitis sind: atopische Dermatitis, atopisches Ekzem, endogenes Ekzem, chronisch konstitutionelles Ekzem und viele andere.

 

Die Symptome und das Aussehen der Hautveränderungen bei Neurodermitis sind vielfältig. Aufgrund bestimmter typischer Kennzeichen ist die Krankheit jedoch gut zu erkennen.

 

Wichtigstes und für viele auch schlimmstes Symptom ist der intensive Juckreiz. Die Haut ist trocken und spröde, an den befallenen Stellen gerötet und schuppig. Im akuten Stadium, bei einer frischen Entzündung, kann sie auch nässen. Der Juckreiz ist indirekt an den zahlreichen Kratzspuren erkennbar. Besteht die Entzündung in der Haut für eine lange Zeit, hinterlässt sie eine Vergröberung der Hautstruktur. Die Haut wirkt dann dicker und älter als an den nicht befallenen Körperstellen.

 

Risikofaktoren für die Entwicklung der Neurodermitis

Das Risiko, eine Neurodermitis zu bekommen, wird nicht durch einen einzelnen Faktor bestimmt, sondern durch eine ganze Reihe von verschiedenen Einflüssen. Am besten erforscht und auch am wichtigsten ist die Veranlagung. Wissenschaftlich konnte eindeutig nachgewiesen werden, dass Neurodermitis familiär gehäuft vorkommt. Vererbt wird aber nicht isoliert die Neurodermitis, sondern die Neigung zur übermässigen Reaktionsbereitschaft des Immunsystems. Diese anlagebedingte Neigung zu Neurodermitis und Allergien nennt man „Atopie“. Sie äussert sich an der Haut und an der Schleimhaut der Atemwege und des Verdauungstraktes, also überall dort, wo der Körper mit seiner Umwelt in Kontakt tritt.

 

Neurodermitis, Kuhmilchallergie, Heuschnupfen. Das gestörte Immunsystem und die Folgen

Auftreten und Verlauf atopischer Erkrankungen folgen bestimmten Gesetzmässigkeiten. Meist tritt die Neurodermitis schon sehr früh im Leben auf: bei 60 % der Betroffenen im ersten und bei 85 % bis zum fünften Lebensjahr. Erstes Anzeichen kann der so genannte „Milchschorf“ sein, eine Rötung und Schuppenbildung an der Kopfhaut und an den Wangen des Säuglings. Meist verschwindet dieser Schorf im Lauf einiger Monate wieder von selbst, er kann jedoch auch in eine kindliche Neurodermitis übergehen. Dann sind besonders häufig Wangen, Gesicht, Hals, Nacken, Handgelenke und Gelenkbeugen betroffen. Bei etwa einem Drittel verschwindet die kindliche Neurodermitis wieder von selbst. Nahrungsmittelallergien als Auslöser sind in den ersten beiden Lebensjahren besonders häufig, vor allem die Kuhmilch. Je älter die Kinder werden, desto weniger bewirken die Nahrungsmittelallergien Hauterscheinungen, begünstigen hingegen das Entstehen anderer allergischer Krankheiten: Kinder, die im Säuglings- und Kleinkindalter an einer Neurodermitis leiden, bekommen später häufiger Heuschnupfen, Asthma oder Ekzeme. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass im Alter von drei bis zehn Jahren etwa jedes zweite Kind mit Neurodermitis eine solche Allergie entwickelt. Die Beschwerden an der Haut bessern sich dann aber meist wesentlich und verschwinden bei vielen Kindern auch ganz. Das mag ein schwacher Trost sein, eine Erkrankung gegen eine andere einzutauschen. Mit einer komplementärmedizinischen Therapie kann diese Entwicklung verhindert werden.

 

Zahlen zur familiären Häufung atopischer Erkrankungen

  • 10% der Menschen mit allergischem Schnupfen haben auch eine Neurodermitis

  • 20% der Menschen mit allergischem Schnupfen bekommen später auch Probleme mit den Bronchien (leichte Überempfindlichkeit des Bronchialsystems bis hin zum Asthma)

  • 30% der Menschen mit Neurodermitis haben auch allergischen Schnupfen

 

Wer kann Neurodermitis bekommen?

Für die Entstehung einer Neurodermitis braucht es neben der genetischen Veranlagung individuell sehr unterschiedliche Umweltfaktoren, so genannte Realisationsfaktoren:

 

Nahrungsmittel wie Kuhmilch, Weizen, Eier, Nüsse, Fisch; Impfungen; Allergene in der Luft wie Tierhaare, Schimmelpilze, Stäube, Pollen; reizende Stoffe wie Wasser, Seife, Putzmittel, Chemikalien; niedrige Luftfeuchtigkeit und viele andere Faktoren.

 

Prävention und Unterstützung

Neugeborene mit einem hohen Atopierisiko (Familienangehörige leiden an einer allergischen Erkrankung) sollten falls möglich mindestens sechs Monate ausschliesslich gestillt werden. Falls Stillen nicht möglich ist, sollten Muttermilch-Ersatzpräparate mit hochgradig hydrolysierten Proteinen verwendet werden. Feste Nahrung sollte erst nach sechs Monaten zugeführt werden, Kuhmilch, Eiereiweiss und Soja erst nach zwölf Monaten. Während der Stillzeit sollte sich die Mutter allergenarm aber ausgewogen ernähren, d.h. Verzicht auf einen hohen Kuhmilchkonsum, Eier, Fisch und Nüsse. Zusätzlich sollten eine staubarme Umgebung und ein tierfreier Haushalt angestrebt werden. Selbstverständlich ist auch das Rauchen zu unterlassen. Die Wohnräume sollten eine Luftfeuchtigkeit von zirka 50% aufweisen. Die üblichen Luftbefeuchter sind bei Patienten mit einer Inhalationsallergie auf Milben und Schimmelsporen ungünstig, da sie deren Vermehrung / Wachstum begünstigen.

 

Hautpflege

Eine regelmässige und sorgfältige Hautpflege ist die Grundlage jeder Neurodermitis-Behandlung

  • Nur kurz baden (5-10 Minuten), zwei- bis dreimal pro Woche; rückfettender Badezusatz oder Öl erst nach einigen Minuten zugeben, damit die Haut zunächst Feuchtigkeit aufnehmen kann

  • Zum Waschen alkalifreie Seifen oder Syndets verwendet. Schaumbäder sind verboten.
    Nach jedem Baden oder Duschen sollte die Haut besonders an den Armen und Beinen mit einer rückfettenden Lotion gepflegt werden.

  • Die Haut sollte morgens und abends gepflegt werden, auch wenn keine ekzematösen Hautveränderungen vorhanden sind.

  • Fett-feuchter Verband: Eine halbfette Crème dick auf die entzündeten Stellen auftragen und mit einem feuchten, kalten Tuch abdecken; 4 Stunden belassen. So kann die Crème besser in die Haut gelangen.

 

Ernährung

Die konsumierten Nahrungsmittel sollten unter Beachtung der Verträglichkeit weitestgehend naturbelassen und vollwertig sein, auf industrielle Fertigprodukte, Konserven und Lebensmittelzusatzstoffe ist zu verzichten.

 

Wie kann die Komplementärmedizin helfen?

Das Ziel aller therapeutischen Bemühungen muss die Regulation des Immunsystems sein. Faktoren, welche die Disposition zur Reaktion über die Haut verursachen und begünstigen, müssen wir erkennen und eliminieren. Gleichzeitig bewirkt eine Stärkung des gesamten Immunsystems, dass die auslösenden Faktoren in ihrer Wirkkraft abgeschwächt werden.

 

Abklärung der Milieu- oder Terrainbelastung

Durchführung von Säure-Basen-Test, Schwermetalltest, Nahrungsmittelunverträglichkeitstest, Blutkristallisationstest DLT, Candida-Test oder Dunkelfeldmikroskopie.

 

Therapeutische Möglichkeiten

Bioresonanztherapie

Einerseits können wir das energetische Niveau des Patienten aufbauen, andererseits werden durch die individuelle Testung belastende Nahrungsmittel erkannt und ausgeleitet, ohne dass eine strikte Diät eingehalten werden muss. Auch Verursacher wie Tierhaare, Pollen, Zusatzstoffe, Stäube, Milben, mögliche Auswirkungen von Impfungen können neutralisiert werden.

 

Homöopathische Eigenbluttherapie / Auto-Sanguis-Stufentherapie

Diese Behandlung ist die Basistherapie bei allen allergisch (mit-)bedingten Krankheiten, denn wir haben beobachtet, dass gerade das eigene Blut, welches im Sinne eines Reiztherapeutikums wirkt, die körpereigenen Abwehrkräfte steigert, die Entgiftung anregt und dadurch die Heilung der Krankheit fördert.

 

Isopathische Mittel

Mit der isopathischen Therapie können einerseits die bakteriellen und viralen Hautbelastungen abgebaut und eliminiert, andererseits das Immunsystem derart gestärkt werden, dass die Bereitschaft zu einer allergischen Reaktion reduziert wird.

 

Colon-Hydrotherapie / Symbioselenkung

Hierunter verstehen wir die Reinigung des Dickdarmes und die Wiederherstellung der natürlichen Besiedlung mit „hauseigenen“ Bakterien im Darm.

 

Traditionelle chinesische Medizin

Auch die chinesische Medizin hat für die Behandlung der trockenen Haut und ihrer Folgen ein Behandlungskonzept entwickelt. Je nach Altersstufe der Patienten kommen unterschiedliche Techniken zur Anwendung.

 

Klassische Homöopathie

Klassische Homöopathie mit den individuell verschriebenen Mitteln ist eine weitere Unterstützungsmöglichkeit.

 

Kontakt

Dr. med. Robert Heiz
Oberlandstr. 98
8610 Uster

 

Tel:  044  940 66 10
Fax: 044  940 99 10

 

Unsere Telefonzeiten sind:

Montag bis Donnerstag
8 - 11h / 14 - 16h

Freitag
11 - 11.30h

 

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